Sportler

Pierre Lasogga zur sportartspezifischen Therapie im medicos

Der Mittelstürmer Pierre-Michel Lasogga vom Fußballbundesligisten Hertha BSC befindet sich momentan zur Rehabilitation im medicos.AufSchalke. Gemeinsam mit seinem Physiotherapeuten Tim Hielscher berichtet der 21-Jährige von seinen Eindrücken, seinen Fortschritten und seinen Wünschen.

Abb. Pierre-Michel Lasogga mit Tim Hielscher, Dipl.-Sportwissenschaftler und Physiotherapeut medicos.AufSchalke

An welchen funktionellen Defiziten leiden Sie, dass Sie eine Rehabilitation machen müssen und wie ist es dazu gekommen?

Ich habe mir vor vier Wochen beim Training einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen. Mir ist nach einem Zweikampf in der Luft ein Mitspieler auf den Fuß gefallen. Dabei ist mein linkes Sprunggelenk weggenickt.

Was macht die Verletzung jetzt? Konnten Sie Fortschritte erzielen?

Lasogga: Ich bin so gut wie am Ende meiner Therapie. Dem Fuß geht es gut und ich hatte keine Rückschläge. Natürlich brauche ich jetzt erst einmal wieder die Belastung im Training, damit die „letzten Zweifel“ dann auch verschwunden sind. Es ist nämlich so, dass man mehr und mehr den Respekt vor der Verletzung verliert, wenn man wieder normal ins Training einsteigt. Schließlich darf man nicht vergessen, dass das Training hier eine „Rehamaßnahme“ ist und man viel mehr auf seinen Körper hört. Aber durch das individuelle Training werde ich bestens auf meinen Trainingstart vorbereitet und kann dann ohne Angst, mich wieder zu verletzen oder zu früh anzufangen, in den normalen Trainingsalltag starten. Das liegt aber auch daran, dass man hier im medicos sehr intensiv mit mir arbeitet und die Therapie speziell auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Hielscher: Es ist für uns auch wichtig, dass er so weit hergestellt wird, dass, wenn er zurück nach Berlin fährt, wirklich wieder beim Mannschaftstraining mitmachen kann und dort nicht noch einmal ein individuelles Training benötigt. So sind auch die Absprachen mit dem Verein. Seine Fitness ist so aufgebaut, dass er sofort mitmachen kann.

Sie spielen bei Hertha BSC in Berlin. Warum haben Sie dann das medicos.AufSchalke für Ihre Rehamaßnahme ausgewählt?

Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen bin ich hier im Ruhrgebiet aufgewachsen und meine Familie lebt hier. Ich wollte aus der Verletzung noch etwas Positives ziehen und konnte die Rehabilitation mit einem längeren Aufenthalt bei meiner Familie verbinden. Zum anderen war ich bereits wegen eines Kreuzbandrisses zur Behandlung im medicos.AufSchalke und weiß, welche Arbeit das Team hier leistet. Das gute
Ergebnis nach meiner ersten Verletzung hat mich nicht lange überlegen lassen, wo ich meinen Bänderriss behandeln lassen werde. Wenn ich schon so eine unangenehme Zeit durchleben muss, dann bin ich da, wo es mir gut geht und wo ich Spaß habe. Und das ist auf jeden Fall bei dem Team im medicos, weil sie mich aufbauen, weil wir Spaß zusammen haben und ich mir sicher sein kann, dass sie mich gesund wieder zurückbringen.

Was gefällt Ihnen hier am besten?

Am besten gefallen mir hier der Wohlfühlfaktor und das vertraute Verhältnis. Obwohl das Rehabilitationszentrum so groß ist, fühlt man sich dennoch sehr familiär aufgenommen. Vertrauen ist bei einem Genesungsprozess sehr wichtig, schließlich verbringe ich auch bis zu sieben Stunden am Tag mit meinen Therpapeuten. Ich habe auch zu vielen nach Beendigung meiner Therapie noch Kontakt. Wenn ich dann verletzt bin und hier im medicos eine Therapie absolviere, treffe ich ja quasi meine Freunde wieder und muss mich nicht in die Hände von Fremden begeben.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach das medicos.AufSchalke als interdisziplinäres ambulantes Gesundheits- und Rehabilitationszentrum aus?

Ganz klar die Möglichkeiten, die man hier als Patient hat. Ich finde es wirklich gut, dass ich meine komplette Rehabilitation an einem Ort durchführen kann. Es ist ja schließlich alles auf einem Gelände und ich muss nicht noch zwischen meinen einzelnen Therapien zu anderen Einrichtungen oder Ärzten pendeln. Ich habe hier alle Ansprechpartner, die ich benötige, von Sportwissenschaftlern über Physiotherapeuten bis hin zu Ärzten. Ich bekomme hier meine medizinischen und therapeutischen Behandlungen und ich kann trainieren. Besonders gut gefällt mir auch, dass ich draußen auf dem Fußballplatz trainieren kann. Das ist für mich ja als Fußballer besonders wichtig und bereitet mich perfekt auf mein normales Training vor.

Was ist momentan Ihr größter sportlicher Wunsch und welche Ziele haben Sie sich für die nächsten Wochen/Monate gesetzt?

Lasogga: Ich möchte gesund bleiben und ohne Rückschläge Fußball spielen, d.h. ich möchte meinen gewohnten Trainings- und Spielrhythmus zurück bekommen, mein Training und meine Spiele absolvieren und zurück zu meiner eigentlichen Stärke gelangen. Das ist momentan das Wichtigste für mich. Ich bin zwar fit, aber im Training mit der Mannschaft bekommt man immer noch eine andere Art von Fitness, weil man schließlich ganz anders trainiert, als hier in der Rehabilitation. Ich möchte mir jetzt wieder meinen gewohnten Rhythmus erarbeiten. Alles andere kann ich nicht planen. Ich weiß jetzt jedoch wieder einmal mehr meine Gesundheit zu schätzen. Die Gesundheit steht über Allem, sie hat höchste Priorität.

Hielscher: Pierre arbeitet sehr hart und ehrgeizig, das habe ich schon bei der letzten Verletzung gesehen. Er ist immer pünktlich zu seinen Behandlungen erschienen und hat sich nie beschwert. Er weiß genau wofür er trainiert. Eigentlich möchte er am liebsten auch immer einen Schritt voraus sein, dann muss ich ihn sogar zwischendurch bremsen. Er wächst oft im Training über sich hinaus, das ist nicht selbstverständlich. Nicht jeder arbeitet so diszipliniert wie Pierre, denn er möchte so schnell wie möglich wieder gesund werden. Auf Grund der guten technischen Möglichkeiten und den verschiedensten Therapiemethoden können wir dieses Ziel aber auch gut erreichen.

Interview: August 2013
Geführt von: Isabelle Potthoff

Anmerkungen: Zwei Tage nach dem Interview wurde Pierre Lasogga beim Hamburger SV engagiert. Wir wünschen Ihm viel Erfolg mit seinem neuen Verein.